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22.06.15

Mecklenburg-Vorpommern: Chancen für Langzeitarbeitslose durch Bundesprogramm

Gemeinsame Pressemitteilung Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit und Vereinigung der Unternehmensverbände (VUMV)

22. Juni 2015 | 31.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind länger als ein Jahr ohne Beschäftigung und gelten nach der gesetzlichen Definition als langzeitarbeitslos. Für langzeitarbeitslose Menschen ist der Weg zurück ins Erwerbsleben oft steinig. Hinzu kommen nicht selten auch Vorurteile, die den Langzeitarbeitslosen Motivation und Einsatzbereitschaft absprechen.

Um langzeitarbeitslosen Menschen auf Dauer eine Perspektive am ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen, gibt es seit diesem Jahr ein neues ESF-gefördertes Bundesprogramm, das bis zum Jahr 2020 läuft. In diesem Zeitraum sollen bundesweit bis zu 30.000 Leistungs-bezieher aus den Jobcentern, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sowie älter als 35 Jahre sind und keinen verwertbaren Berufsabschluss haben, die Chance bekommen, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt auszuüben. Ziel ist es, dass die Beschäftigungsverhältnisse möglichst auf Dauer fortgeführt werden.

Doch ohne Arbeitgeber, die bereit sind, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben, läuft das Programm ins Leere.

Personalverantwortliche aus unterschiedlichen Branchen des Landes folgten heute (22.06.2015) der Einladung der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V. (VUMV) und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, um sich über das Programm zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, hob dabei hervor: „Vorurteile gegenüber Langzeitarbeitslosen verstellen den Blick auf Talente. Unsere soziale  Verantwortung, der demografische Wandel und die damit weiter zunehmenden Fachkräfteengpässe verbieten uns aber, fahrlässig mit Talenten umzugehen oder sie zu übersehen. Drei von vier Langzeitarbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung, rund 12.500 Langzeitarbeitslose im Land sind jünger als 45 Jahre haben den Großteil ihres Berufslebens noch vor sich. Dahinter verbergen sich große Potenziale.“
Weiter sagte sie: „Mehr als die Hälfte der Betriebe, die Langzeitarbeitslose eingestellt haben, beurteilen deren Motivation und Zuverlässigkeit als gut oder sogar sehr gut. Dennoch bestehen viele die Probezeit nicht, und gerade da setzt das neue Programm an. Es unterstützt die Betriebe und Langzeitarbeitslose beschäftigungsbegleitend und hilft so, Probleme im Betrieb zu vermeiden.“

Dr. Martin Sauer, Referent für Arbeitsmarktfragen bei der Vereinigung der Unter-nehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV), bekräftigte:
"Ein beträchtlicher Teil der langzeitarbeitslosen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern möchte gern wieder arbeiten. Diese potenziellen Fachkräfte sind oft hoch motiviert und dankbar für eine Chance, wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Das neue, auf fünf Jahre ausge¬richtete Förderprogramm des Bundes zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit hat zum Ziel, eben jenen Menschen eine Brücke zurück ins Erwerbsleben zu bauen. Durch individuelles Coaching und gezielte Lohnkostenzuschüsse  -  bis zu 75 Prozent  -  können Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Wiedereingliederung nachhaltig begleitet und wirksam entlastet werden. Das eröffnet zusätzliche Chancen, dringend benötigte Fachkräfte für Mecklen¬burg-Vorpommern zu gewinnen und zu sichern."


Hintergrundinfo
Das Bundesprogramm wird über Mittel des europäischen Sozialfonds mit rund 470 Millionen Euro finanziert und in gleicher Höhe durch Bundesmittel kofinanziert. Umgesetzt wird das Programm durch die lokalen Jobcenter. Insgesamt stehen in Mecklenburg-Vorpommern 19,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Verfügung. Ab sofort werden 13 Betriebsakquisiteure in Mecklenburg-Vorpommern auf die Unternehmen zugehen und Personalverantwortliche und Chefs über die Unterstützungsmöglichkeiten informieren. Geplant ist, dass bis zu 600 Langzeitarbeitslose im Land von der Förderung profitieren können. Die ersten Beschäftigungsaufnahmen werden voraussichtlich im Herbst 2015 realisiert.