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10.01.17

Lambusch: Regierung muss „mehr Wirtschaft wagen“

PRESSEMITTEILUNG Nr. 03/17 - 10.01.2017 Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V.

  • VUMV will neue Koalition an fünf konkreten Punkten messen
  • Koalitionsfreiheit als Kern der Sozialen Marktwirtschaft schützen
  • Unternehmensverbände präsentieren neue Führungsstruktur
  • Parlamentarischer Abend in Schwerin

Schwerin, 10.01.2017 | Die 32 in der VUMV zusammengeschlossenen Branchen- und Regionalverbände haben die neue Landesregierung aufgefordert, für die neue Legislaturperiode klare Prioritäten zu setzen. „Wichtigste Aufgabe der nächsten fünf Jahre ist es, die wirtschaftliche Entwicklung im Land voranzutreiben. Auf dieses vorrangige Ziel muss die neue Landesregierung ihre Anstrengungen konzentrieren“, forderte Arbeitgeberpräsident Thomas Lambusch heute auf dem Parlamentarischen Abend der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) in Schwerin. Auf Bundesebene hätten die Arbeitgeber für das Wahljahr 2017 das Motto „Mehr Wirtschaft wagen“ ausgegeben. „Das sollten sich auch die Regierungsparteien in Schwerin für die ganze Legislaturperiode auf ihre Fahnen schreiben“, mahnte Lambusch.

Zu Beginn des neuen Jahres 2017 legte der VUMV-Präsident den versammelten Parlamentariern fünf gute Vorsätze nahe: mehr Wertschöpfung, mehr Wertschätzung, bessere Bildung, besseres Image und vor allem weniger Bürokratie.

„Was zu tun ist, lässt sich an den fünf Fingern einer Hand abzählen“, erläuterte Lambusch: „Erstens: Mehr Wertschöpfung ins Land holen, dazu funktionierende Verkehrswege und Datenautobahnen sowie sichere und bezahlbare Energie – das wäre eine erfolgreiche Industrie- und Infrastrukturoffensive. Zweitens: Für jedes neue Gesetz zwei alte Regulierungen abschaffen – das wäre eine wirksame Bürokratieentlastung für Bürger und Betriebe. Drittens: Mecklenburg-Vorpommern als Land zum Leben und zum Arbeiten bewerben – das wäre eine echte Imagekampagne. Viertens: Fachkräftemangel muss zu einem Fremdwort werden – das wäre eine echte Qualifizierungs- und Integrationsoffensive. Und fünftens: Wir Unternehmer müssen wieder die Wertschätzung erfahren, die wir verdienen – das wäre echte Standortwerbung.“

Diese fünf Kernthemen wollen die Unternehmensverbände stärker in der politischen Debatte verankern und regelmäßig die Fortschritte bewerten.

Während VUMV-Präsident Lambusch (Präsident Arbeitgeberverband NORDMETALL und Geschäftsführender Gesellschafter SEAR GmbH, Rostock) die Idee einer Industrie- und Infrastrukturoffensive vorantreiben und für ein besseres Unternehmerbild werben will, sollen die Vizepräsidenten Günther Stolz (Präsident Unternehmerverband Mecklenburg-Strelitz und Steuerberater Neustrelitz) das Thema Bürokratieabbau, Guido Zöllick (Präsident Deutscher Hotel- und Gaststättenverband und General Manager Hotel Neptun Warnemünde) das Thema Landesentwicklung und Manfred Lehde (Vorsitzender Bildungswerk Mecklenburg-Vorpommern und Vorstandsvorsitzender AGV NORD) das Thema Bildung in die Öffentlichkeit tragen und mit den zuständigen Abgeordneten und Ministerien diskutieren. Unterstützt werden sie dabei jeweils von einem hauptamtlichen Experten der VUMV sowie dem weiten institutionellen Netzwerk der Vereinigung.

„Wir Unternehmer können die Interessen der Wirtschaft am authentischsten gegenüber Politik, Medien und Bürgern erläutern“, sagt Lambusch. Der ehemalige Siemens-Manager hat sich vor 20 Jahren bewusst gegen die Konzernkarriere entschieden und aus eigener Kraft in Mecklenburg-Vorpommern ein Mittelständisches Unternehmen, die SEAR GmbH in Rostock, aufgebaut, die zurzeit 200 tarifgebundene Mitarbeiter aus der Region beschäftigt.

„Diese einzigartige Kombination aus der Glaubwürdigkeit unserer mittelständischen Unternehmer sowie dem fachlichen Detailwissen, das die Fachleute der VUMV und ihrer 32 Mitgliedsverbände beisteuern, macht die Vereinigung zu einem unersetzlichen Sparringspartner für die Politik. Die Landesregierung. braucht eine solche einheitliche Anlaufstelle, die die Interessen der freiwillig organisierten Wirtschaft im Land bündelt und als Sozialpartner – gemeinsam mit den Gewerkschaften – auch bindende Verabredungen treffen kann.“

Umgekehrt braucht die Wirtschaft im Land eine starke Organisation mit einheitlicher Stimme, die die Regierungsarbeit aufmerksam überwacht und konstruktiv-kritisch begleitet.“ Die VUMV spricht für 5.000 Betriebe mit 200.000 Mitarbeitern und repräsentiert damit jeden zweiten Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern.

Lambusch stellte sich ausdrücklich hinter diejenigen VUMV-Mitglieder, die keinem tarifschließenden Arbeitgeber- oder Wirtschaftsverband angehören und deshalb mehrfach vom DGB Nord angegriffen wurden. „Wir respektieren und schützen die im Grundgesetz verankerte Koalitionsfreiheit. Es ist und bleibt Sache des einzelnen Unternehmens, wie es seine Arbeits- und Einkommensbeziehungen regeln möchte: einzelvertraglich mit den Mitarbeitern oder kollektiv mit der Gewerkschaft, alleine oder mit verbandlicher Unterstützung. Wer diese Grundregel unserer Verfassung nicht anerkennt, sondern die Betriebe mit staatlichen Regeln zwangsbeglücken oder eine Tarifbindung politisch erzwingen will, der verlässt den Boden der Sozialen Marktwirtschaft“, sagte Lambusch auch an die Adresse der Bundespolitiker, die mit einer Vielzahl staatlicher Regulierungen – vom Mindestlohn über Entgeltgleichheit bis zu Teilzeit-Ansprüchen – immer wieder in die unternehmerische Freiheit und die Tarifautonomie eingreifen.

Auf hauptamtlicher Seite werden die Interessen der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern künftig von einem Trio repräsentiert: Sven Müller übernimmt als neuer „Geschäftsführer Politik und Kommunikation“ die politische Interessenvertretung nach außen und koordiniert die Verbandsarbeit nach innen. Er war zuvor Landesgeschäftsführer der CDU in Schleswig-Holstein und bringt entsprechende Erfahrung im Politikmanagement in die neue Aufgabe ein. Das bisherige Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Lothar Wilken, steht aus gesundheitlichen Gründen für diese Aufgabe auf absehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung.

Jens Matschenz vertritt als neuer „Geschäftsführer Wirtschaft und Arbeit“ die Interessen der einzelnen Branchen und Regionen in wirtschafts-, arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischen Gremien und Institutionen. Zudem betreut er Sozialpartnerprojekte und gesellschaftspolitische Initiativen.

„Dieses Führungsduo mit seinen unterschiedliche Schwerpunkten und Kompetenzen ergänzt sich hervorragend. Mit der operativen Doppelspitze werden wir noch schlagkräftiger als bisher“, lobte Lambusch.

Hauptgeschäftsführer Dr. Nico Fickinger wird sich künftig – neben der bisherigen Verantwortung für Strategie, Haushalt und Personal – vorrangig um bundespolitische Themen kümmern, die die VUMV als Landesvertretung von BDI und BDA betreffen, und dabei sein erprobtes Netzwerk und seine langjährigen Erfahrungen auf der Berliner Bühne einbringen. „Viele Gesetze werden auf Bundesebene gemacht“, so Lambusch. „Nur über eine starke Interessenvertretung in der Hauptstadt können wir Gutes für die Mittelständler in unserem Land bewirken und neue Bürokratie und Regulierungen gerade von den kleinen und mittleren Betrieben abwenden, die über keine eigene Personal- oder Fachabteilung verfügen.“

Die VUMV ist die Dachorganisation von 32 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Die Mitgliedsverbände der VUMV repräsentieren mit ihren circa 5.000 Mitgliedsunternehmen und etwa 200.000 Arbeitnehmern knapp 50 Prozent aller Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ab einer Größe von 10 Mitarbeitern.

Kontakt für Nachfragen:
Sven Müller
Tel: +49 385 6356 100
Mobil: +49 170 9220 349
mueller@vumv.de