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27.01.12

Komplexität der Energiewende benötigt Monitoring

VUMV legt Energieminister Schlotmann Vorschläge für Organisation und Zielverfolgung vor.

„Bei den anstehenden umfangreichen Veränderungen im Energieversorgungssystem ist es der Wirtschaft wichtig, die Balance zwischen
Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit der Energieversorgung jederzeit zu erhalten“, begründete anlässlich eines Gespräches mit Energieminister Schlotmann das Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V. (VUMV), Lothar Wilken das Anliegen der Wirtschaftsverbände.

Der Erfolg der Energiewende und die Zukunft der wirtschaftlichen Basis
des Bundeslandes hängen auch von einem funktionierenden Frühwarnsystem ab.

Das Energiesystem sei zu komplex, um auch bei sorgsamer, vorausschauender Planung sämtliche Auswirkungen einzelner Maßnahmen sicher vorhersagen zu können. Um dennoch handlungsfähig zu bleiben und die politischen Instrumente gegebenenfalls rechtzeitig anpassen zu können, solle der tatsächliche Zustand der Energieversorgung im Land kontinuierlich bewertet werden.

Das Land müsse zwei Trends beherrschen: Eine überproportionale Energieerzeugung und eine Dezentralisierung in kleinteiligen Netzen mit hohem Steuerungsaufwand.

„Zusammen mit dem politischen Ziel der Autonomie in der Produktion regenerativer Energien erfordert das besondere Anstrengungen und Maßnahmen z. B. beim 3-stufigen Netzausbau, dem Sicherstellen der Grundlast, der Schwarzstartfähigkeit und der Frequenzstabilität“, ergänzt Thomas Lambusch, Vizepräsident der VUMV und Geschäftsführer der SEAR GmbH Rostock.

Die Unternehmensverbände sehen einen Landesentwicklungsplan „Energiekonzept M-V“ als eine notwendige Voraussetzung und sie schlagen die Errichtung einer „Energieagentur“ als Kompetenzzentrum sowie ein Monitoring vor. Der gesamte Prozess der Energiewende sollte zentral und ressortübergreifend gemanagt und durch einen Beirat begleitet werden.

„Wir sind froh, dass auch Minister Schlotmann fast identische Überlegungen zur Steuerung der „Energiewende“ hat. Sie ist ein hoch komplexes und einzigartiges Großprojekt mit zahlreichen Teilzuständigkeiten. Wenn z. B. bedacht werden muss, dass ein Stromausfall in einer Gießerei bereits nach fünf Stunden zu einem Totalverlust der Produktionsanlagen führen kann, stellt sie für die Wirtschaft den „Elchtest“ der industriellen Wettbewerbs- und Produktionsfähigkeit dar“, begründet Wilken den umfangreichen Vorschlag der Wirtschaft.

Themenbereiche des Monitorings seien Kapazitäten und Verfügbarkeit, Netzstrukturen, Kosten und Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen und gesellschaftliche Akzeptanz, Verbesserung der Energieeffizienz, Potentiale für die Wirtschaft, Wirksamkeit der Förderungen und die Zusammenarbeit mit der Forschung.

Die VUMV ist die Dachorganisation von 27 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Thomas Lambusch (58), Vizepräsident der VUMV und Geschäftsführer der SEAR GmbH Rostock..