03.01.12
Jahresausblick 2012 der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern
Gute Stimmung, trotz Fachkräftemangel und hoher Preise
"Anders als im Vorjahr ist die Stimmung der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sogar besser als die in der gesamtdeutschen Wirtschaft", leitet heute (Dienstag, 03. Januar 2012) Hans-Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V. den Ausblick der Unternehmen und ihrer Verbände auf das neue Jahr ein.
Die Stimmungslage der Unternehmen hat zwar gegenüber dem Vorjahr etwas nachgegeben, ist aber weiterhin von Zuversicht geprägt. Bezeichneten Ende 2010 über zwei Drittel der Unternehmen ihre Stimmung als gut, betrug der Anteil der Optimisten jetzt immer noch mehr als die Hälfte der befragten Firmen.
Trotz insgesamt positiver Erwartungen vieler Unternehmen, wird die Aussicht auf die kommenden Monate durch die einzelnen Branchen unterschiedlich eingeschätzt. Zu den besonders optimistischen Firmen gehören Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel viele Teleservicecenter. Aber auch Groß- und Außenhandel und Unternehmen der Ernährungsbranche erwarten ein gutes Jahr. Ebenfalls beste Stimmung herrscht beim Garten-Landschafts-Bau, bei den Gebäudeausrüstern, beim Einzelhandel und bei den Hotelbetrieben. Auch die Metall-Elektroindustrie erwartet mehr Chancen als Risiken. Die meisten Unternehmen dieser Branche würden noch nicht mit einer wesentlichen Verschlechterung ihrer Geschäftslage rechnen. Dagegen bleiben Gastronomen und Bauunternehmen eher skeptisch und vorsichtig bei ihren Erwartungen.
Anders als die insgesamt ausgesprochen gute Stimmung vermuten ließe, fallen die Umsatzerwartungen für 2012 im Vergleich zum Vorjahr dagegen deutlich gedämpfter aus.
„Die Phase wachsender Umsätze scheint in vielen Wirtschaftsbereichen Mecklenburg-Vorpommerns jedoch vorerst beendet zu sein“, erklärt Bremer. Eine der Hauptursachen dafür dürfte nach Ansicht des Verbandspräsidenten der bereits wirkende Fachkräftemangel sein. Schwierigere und teurere Personalbeschaffung bei gleichzeitig verschärftem Wettbewerb führe bereits jetzt dazu, dass immer öfter größere oder zusätzliche Aufträge unrentabel werden und nicht angenommen werden können.
„Immer mehr bestätigt sich unsere bereits während der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffene Einschätzung, dass die negativen Auswirkungen des Fachkräfteproblems viel nachhaltiger sind als die Krise selbst“ betont Hans-Dieter Bremer.
Deshalb will über die Hälfte der Unternehmen ihren Personalbestand stabil halten, ein Drittel sogar mehr Mitarbeiter einstellen. Zudem erachten viele Unternehmen auch weiterhin die Zeitarbeit und Werkverträge als wichtige Instrumente für notwendige Flexibilität.
Neben dem Fachkräftemangel sehen sich viele Unternehmen mit dem Problem stark steigender Rohstoff- und Energiepreise konfrontiert. Insbesondere die Ernährungswirtschaft, der Tourismussektor und das produzierende Gewerbe sind davon betroffen.
Der „Jahresausblick der Wirtschaft“ basiert auf einer gemeinsamen Umfrage der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände und Ihrer Dachorganisation, der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV). Dabei werden jährlich im Dezember die Mitgliedsunternehmen aller Wirtschaftsregionen und Branchen in Mecklenburg-Vorpommern befragt.
Die VUMV ist die Dachorganisation von 27 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesver-bandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereini-gung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).
Die Verbände repräsentieren mit ihren zirka 3.800 Mitgliedsunternehmen und rund 185.000 Arbeitnehmern über 40 Prozent aller Unternehmen ab einer Größe von 10 Mitarbeitern.
Hans-Dieter Bremer (64) ist Geschäftsführer der Beton-Service GmbH in Wittenburg, und Präsident der VUMV.
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Jens Matschenz
Pressesprecher
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