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30.06.17

Gute Arbeitsmarktlage und gute Konjunktur sind keine Selbstläufer

PM Nr. 19/17 -30.06.2017 der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V.

  • Trend zur Vollbeschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern scheint nicht mehr undenkbar
  • Risiken aus Brexit und Handelsbeschränkungen könnten auch Unternehmen in MV betreffen
  • Flexibilität und Vereinbarkeit erfordern Wochenarbeitszeitregel

Schwerin, 30.06.2017 | Zur Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen nahm heute Jens Matschenz von der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) Stellung.

"Die aktuellen Arbeitsmarktdaten sind auch für Juni wieder besser als im Vergleichsmonat des  Vorjahres. 9.900 Arbeitslose weniger führen zu einer aktuellen Quote von acht Prozent. Der Trend hin zur Vollbeschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern scheint nicht mehr undenkbar.

Allerdings warne ich dringend vor der Annahme, die aktuell gute Konjunktur, die den Arbeitsmarkt im Wesentlichen trägt, wäre ein Automatismus. Der Lauf der deutschen Wirtschaft ist zwar einerseits Ergebnis von Flexibilität, erfolgreicher Strukturanpassungen und eines großen Innovationsvermögens. Aber sie ist auch Folge des extrem niedrigen Euro-Kurses und des billigen Erdöls.

Angesichts nicht auszuschließender direkt oder indirekt wirkender Handelsbeschränkungen durch die USA und angesichts einer Kräfteverschiebung innerhalb Europas nach dem Brexit könnten auch für die Exportnation Deutschland erhebliche wirtschaftliche Risiken entstehen. Darunter würden auch unsere Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern als Zulieferer, Dienstleister oder Direktexporteure leiden.

Hinzu kommen die großen Herausforderungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt, die demografische Entwicklung, wachsende Fachkräfteengpässe, verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit und die Zuwanderung.

Deshalb ist es für unsere Unternehmen äußerst wichtig, sowohl ihre Flexibilität zu verbessern, als auch den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern durch Ausschöpfung aller Arbeitskräftepotenziale zu sichern.

Um die betriebliche Flexibilität heutigen Anforderungen anzupassen, muss die Arbeitszeitregelung von der Tagesfixierung auf eine Wochenarbeitszeit umgestellt werden. Wer die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben auch in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung verbessern möchte, kann die Umstellung des Arbeitszeitgesetzes auf eine festgelegte Wochenarbeitszeit nach dem Muster der entsprechenden EU-Regelung nicht ablehnen. Flexibilität und Vereinbarkeit sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.“

Die VUMV ist die Dachorganisation von 32 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Die Mitgliedsverbände der VUMV repräsentieren mit ihren circa 5.000 Mitgliedsunternehmen und etwa 200.000 Arbeitnehmern knapp 50 Prozent aller Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ab einer Größe von 10 Mitarbeitern.

Jens Matschenz ist Geschäftsführer für Arbeit und Wirtschaft bei der VUMV.


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