19.11.11
20 Jahre Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft
120 Mitglieder kamen zur Festveranstaltung 20 Jahre WWG am 19.11.2011 in das Rathaus.
Der Vorsitzende Karlheinz Paetow erinnerte in seiner Festrede an die Gründung in wirtschaftlich turbulenter Zeit nach der Wende. Aber auch an die Wurzeln, denn bereits im Mittelalter schlossen sich Zünfte und Gilden wie der Krämer, der Kaufleute, der Schiffer und Segler, der Wollenweber, der Goldschmiede, der Schneider und der Bäcker .. um in der Gemeinschaft stärker zu sein. Schon 1379 wird eine Papagoyengesellschaft, später Kaufmanns Compagnie zu Wismar erwähnt. Leider wurde deren Liquidation 1945 durch die Russen im Jahre 2006 gerichtlich als unabänderlich bestätigt. Die namentliche Fortführung war somit nicht möglich. Der Geist des ehrbaren Kaufmanns lebt aber in der Wismarer Wirtschaftgemeinschaft weiter.
Ein starker Verband, dessen Mitglieder nicht nur die Interessen der eigenen Unternehmen vertreten, sondern sich auch tatkräftig für das Wohl der Hansestadt und ihrer Einwohner engagieren: Seit zwei Jahrzehnten lebt nun dieser Zusammenschluss von Unternehmerinnen und Unternehmern, die Projekte zur Förderung der örtlichen Wirtschaft initiieren und sich für die Belebung der Innenstadt einsetzen. So feierten die Vereinsmitglieder aus den Bereichen Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe mit vielen Gästen das 20-jährige Jubiläum im Wismarer Rathaus. Ein Festakt mit der Möglichkeit, Erfahrungen und Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Der WWG-Vorsitzende Karlheinz Paetow dankte nicht nur vielen Mitstreitern. Der 71-Jährige erinnerte vor etwa 120 Zuhörern im Bürgerschaftssaal auch an die Anfänge im früheren MTW-Clubhaus, wo am 19.November 1991 auf Initiative des damaligen Karstadt-Geschäftsführers Siegfried Neumann 19 Kaufleute (Uwe Brinkmann, Rolf Groth, Marianne Heinrich, Ursula Keller, Jürgen- Bernhard Kruse, Armin Martini, Andreas Minks, Heinz Mohri, Detlef Schmidt, Reinhard Sieg, Manfred Staak, Peter Tilsen, Heinz Stark, Götz Weidner, Hanjo Volster, Karl-Michael Wahrmann, Hans Jürgen Wergin, Hermann Ziegenhals) eine „Aktionsgemeinschaft“ gegründet hatten. Nach einem „Ideenwettbewerb“ entstand für die „Aktionsgemeinschaft“ im Frühjahr 1992 der Name Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft.
In 20 Jahren hinterließ die WWG viele Spuren und arbeitete mit vielen Partnern zusammen. Paetow erwähnte unter anderem die Anschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung für die Wismarer Innenstadt, den „Praxislerntag“, die Projekte „Holzcluster Nord Forschungsverbund“ und das länderübergreifende „LogOn Baltic“. Mit dem Projekt „Holoman“ seien logistische Prozesse im Seehafen Wismar unterstützt worden.
Die WWG vertritt etwa 280 Mitgliedsunternehmen in Wismar und der Umgebung mit 7000 Arbeitsplätzen. Die Mitglieder des Verbandes „gestalten das gesellschaftliche Leben aktiv mit und bringen sich mit Ratschlägen ein“, lobte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). „Der Tatkraft Wismarer Unternehmer ist es zu verdanken, dass die Stadt wieder eine starke wirtschaftliche Perspektive hat“, meinte Hans-Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände für Mecklenburg-Vorpommern e. V. Siegbert Eisenach, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin nannte mit der anstehenden Aufnahme in die Metropolregion Hamburg auch völlig neue Perspektiven für Infrastruktur, Tourismus und Kultur. Prof. Martin Wollensak von der Wismarer Hochschule lobte ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit der WWG.
Eine besondere Auszeichnung gab es für den ehemaligen WWG- Vorsitzenden Dr. Karsten Simoneit, den langjährigen Schatzmeister Uwe Gutzmann sowie für Ortwin Fischer, der 18 Jahre lang im Vorstand den Einzelhandel vertreten hatte. Sie sind seit Sonnabend Ehrenmitglieder der WWG.